Vogelgrippe Infos
Die allgemein bekannte Bezeichnung für diese Seuche ist die Vogelgrippe. Wissenschaftlich handelt es sich um eine Viruserkrankung von Vögeln, die nach heutigen Erkenntnissen ein Grippevirus namens A / H5N1 verursacht. Die Übertragung erfolgt offenbar über Kotpartikel, Blut, Kleidung und Geräte. Eine zeitlang behaupteten Fachleute, dass das Virus insbesondere unter Enten und Wasservögeln weit verbreitet sei, diese Wirte selbst aber gar nicht an dem Virus erkranken.
Dann fiel in Asien auf, dass das Virus viele Zugvögel getötet hatte.
Nach derzeitigem Kenntnisstand lässt sich allerdings nicht erklären, wie sich beispielsweise Schwäne mit Vogelgrippe infizieren konnten, die "zu Hause" überwintert haben. Folglich kamen Zugvögel etwa im Winter 2005/2006, als sich die Vogelgrippe in Mitteleuropa - wie z. B. auf Rügen oder im Nordosten von Frankreich - auszubreiten begann,
nicht als Überträger in Betracht. Von welchen Wirtstieren das Virus auf Zugvögel und dann auf Zuchtgeflügel überging, ist nicht erwiesen. Es wird vermutet, dass dieser Erreger bereits Ende der 1990er Jahre in Südostasien bei Enten und Gänsen verbreitet war. Durch Massenschlachtung glaubte man zunächst, die Seuche sei eingedämmt worden, bis dann ab Ende 2003 in Südostasien wieder Zuchtgeflügel befallen war. Etwa von diesem Zeitpunkt an machte man vermehrt die Zugvögel dafür verantwortlich, dass sich die Seuche weiträumig ausbreitete. Ab Sommer 2005 wurde A / H5N1 bei Zuchtgeflügel in ganz Asien, der Türkei (Vogelgrippe Türkei) und Osteuropa festgestellt.
Anfang 2006 wurde der Erreger bereits in mehreren Ländern Westeuropas (Vogelgrippe Deutschland) nachgewiesen.
Nach dem bisherigen Wissensstand liegt die Bekämpfung des Erregers darin, dass man den gesamten befallenen Tierbestand tötet und die Kadaver verbrennt. Darüber hinaus werden bei dem noch lebenden Tierbestand Impfstoffe eingesetzt, und es wird ihm Stallarrest verordnet. Zwischenzeitlich wurde also erkannt, dass A/H5N1 eine Krankheit ist, die sich vom Tier auf den Menschen übertragen kann. Die Vogelgrippe-Symptome ähneln denen "normaler" Grippearten, was die rasche Erkennung einer A/H5N1-Erkrankung erschwert. Übergänge des Erregers von Geflügel auf Menschen endeten bisher in den meisten Fällen tödlich. Die hohe Todesrate ist bei neuartigen Viruserkrankungen nicht ungewöhnlich. Sie ist einerseits darauf zurückzuführen, dass das Virus dem menschlichen Körper noch unbekannt ist und daher seinen Wirt umbringt, statt ihn zur eigenen Weiterverbreitung zu nutzen. Andererseits hat der Mensch noch keine Abwehrkräfte gegen das neue Virus. Man kann das in etwa mit der Einschleppung der ordinären Grippe durch Europäer in Afrika¨vergleichen. Da die europäischen Grippeviren bis dahin in Afrika nicht vorkamen, führte jede Ansteckung bei der afrikanischen Bevölkerung zum Tode.
Infektionsschutz Vogelgrippe
Als Infektionsschutz gibt es in den meisten Ländern mehr oder weniger abgestimmte Empfehlungen. Von einer vorsorglichen Einnahme von Medikamenten (Tamiflu) gegen Grippeviren wird fast überall abgeraten. Impfstoffe gegen A/H5N1 werden in mehreren Ländern fieberhaft erforscht, stehen jedoch noch nicht für Menschen zur Verfügung.
Weitere Informationen über die Vogelgrippe findet man u. a. bei folgenden Quellen:
Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Robert Koch-Institut (Tamiflu Vogelgrippe)
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